
Verkäufer-Leads kosten in Deutschland real ca. 30–600 € pro Stück — je nach Anbieter, Qualifizierung und Exklusivität (Quellen im Artikel).
Geteilte Leads gehen an bis zu 3–8 Makler gleichzeitig. Dein eigentlicher Wettbewerb beginnt erst nach dem Kauf.
Ob sich der Kauf rechnet, entscheidet nicht der Lead-Preis, sondern deine Conversion-Kette: Kontakt → Termin → Alleinauftrag → Abschluss.
Leads kaufen taugt als Brücke, nicht als Fundament — gekaufte Reichweite endet mit der letzten Zahlung.
~91 % der Suchergebnis-Sichtbarkeit im Maklermarkt entfällt auf eigene Websites, nur ~7 % auf Portale und Verzeichnisse (eigene Messung).
Du kaufst eine Verkäufer-Anfrage für 80 €. Du rufst an — besetzt. Zweiter Versuch am Abend: „Da haben schon zwei Makler angerufen." Der Eigentümer ist genervt, du bist der Dritte, und dein Geld ist trotzdem weg.
Wer Immobilien-Leads kaufen will, sollte vorher zwei Dinge kennen: die echten Preise — und die Rechnung dahinter. Beides liefern die Anbieter selten in einer ehrlichen Version. Wir schon. Wir bauen Websites und Sichtbarkeit für Makler, wir haben 228 rankende Makler-Seiten vermessen — und wir sagen dir in diesem Artikel auch, wann Leads kaufen tatsächlich der richtige Zug ist. Denn das ist es manchmal.
Verkäufer-Leads kosten in Deutschland je nach Anbieter und Qualifizierung etwa 30 bis 600 € pro Stück (Maklaro, 2024). Portal-Leads liegen im mittleren Bereich: Immowelt verkauft Verkäufer-Kontakte ab 49 € zzgl. MwSt., bei ImmoScout24 Professional liegt der Durchschnitt laut einer Marktanalyse von SCALE (02/2026) bei rund 85 € pro Lead. Der Preis allein sagt allerdings wenig — entscheidend ist, mit wie vielen Kollegen du dir den Kontakt teilst.
| Anbieter / Modell | Preis pro Lead | Exklusiv oder geteilt? | Quelle + Jahr |
|---|---|---|---|
| Immowelt Verkäufer-Leads (mTAN-verifiziert; „Profi-Leads" telefonisch vorqualifiziert) | ab 49 € zzgl. MwSt. | geteilt — bis zu 3 Makler je PLZ-Gebiet | Immowelt-Produktseite, 2026 |
| ImmoScout24 Professional | ø ~85 €; Pakete oft 800–3.000 €/Monat | überwiegend geteilt | SCALE-Marktanalyse, 02/2026 |
| Lead-Vermittler & Vergleichsportale (z. B. Aroundhome) | ca. 40–120 € | meist geteilt, teils an 3–8 Makler | SCALE, 2026 |
| Vorqualifizierte / terminierte Premium-Leads | ca. 150–600 € | häufig exklusiv — dafür das 2–3-Fache des geteilten Preises | Maklaro, 2024; SCALE, 2026 |
Zwei Dinge stehen selten im Prospekt. Erstens: Bei geteilten Leads kaufst du keinen Kontakt, sondern ein Wettrennen — wer zuerst und am besten anruft, gewinnt. Zweitens: Manche Anbieter koppeln den Preis zusätzlich an eine Beteiligung an deiner Provision. Das verschiebt die Rechnung komplett, und genau diese Rechnung machen wir jetzt.
Der Lead-Preis ist nicht das, was ein Lead kostet. Was ein Lead kostet, entscheidet deine Conversion-Kette.
Ob sich Immobilien-Leads kaufen rechnet, hängt an vier Quoten: Wie viele der gekauften Kontakte erreichst du überhaupt, wie viele werden ein Termin, wie viele ein Alleinauftrag, wie viele ein Abschluss. Multipliziert mit deiner Courtage ergibt das deinen maximal tragfähigen Lead-Preis. Zur Einordnung: Laut SCALE-Marktanalyse (2026) führen im Schnitt nur etwa 2–8 % der gekauften Leads zu einem Abschluss.
Rechnen wir konservativ — eine Beispielrechnung, keine Marktstatistik. Angenommen, du kaufst 100 geteilte Leads à 80 € = 8.000 €. Du erreichst jeden zweiten (50 Kontakte). Jeder dritte Kontakt wird ein Termin (17 Termine). Jeder vierte Termin wird ein Alleinauftrag (4 Aufträge), und drei davon werden verkauft. Bei angenommenen 10.000 € Courtage je Abschluss stehen 30.000 € Umsatz gegen 8.000 € Lead-Kosten. Das rechnet sich — auf dem Papier deutlich.
Jetzt die ehrliche zweite Hälfte derselben Rechnung:
Wer seine Conversion-Kette nicht kennt, kann nicht wissen, ob er gerade investiert oder verbrennt.
Und genau da liegt die Voraussetzung unter der Voraussetzung: Um deinen maximal tragfähigen Lead-Preis zu berechnen, brauchst du deine Quoten. Um deine Quoten zu kennen, musst du jede Anfrage vom ersten Anruf bis zum Notartermin dokumentieren. Die meisten Makler, mit denen wir arbeiten, haben diese Zahlen beim ersten Gespräch nicht — nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil ihnen nie jemand gezeigt hat, dass der ganze Einkauf ohne sie ein Blindflug ist.
Gute Anbieter beantworten dir vor Vertragsschluss vier Fragen schriftlich: Wie wird der Lead generiert? An wie viele Makler geht er? Was passiert bei Fake-Anfragen? Wie lange läuft der Vertrag? Wer bei einer dieser Fragen ausweicht, hat einen Grund. Die teuersten Fehler passieren selten beim Stückpreis — sie passieren im Kleingedruckten.
Die roten Flaggen im Einzelnen:
Radikal ehrlich: Leads kaufen ist sinnvoll als Brücke — wenn du kurzfristig Objekte brauchst, deine Vertriebszeit frei ist und du diszipliniert trackst. Es ist nicht sinnvoll als Dauerstrategie, denn du mietest fremde Reichweite: Der Zufluss endet in dem Moment, in dem du aufhörst zu zahlen, und die Preise setzt der Anbieter.
Konkret spricht für den Einkauf: Du startest neu in einem Gebiet und deine eigene Sichtbarkeit ist noch nicht aufgebaut. Du hast ein Umsatzloch und mehr freie Zeit als Anfragen. Oder du willst deine Conversion-Kette an echten Kontakten trainieren, bevor du in eigene Kanäle investierst. In diesen Fällen ist ein sauber getrackter Testlauf mit kleinem Kontingent ein völlig legitimer Zug — das sagen wir dir als Anbieter, der am Lead-Verkauf keinen Cent verdient.
Dagegen spricht: Wenn die gekauften Anfragen deine einzige Quelle sind, gehört dein Geschäft faktisch dem Anbieter. Preiserhöhung, Gebietsvergabe an einen Wettbewerber, geänderte Vergabelogik — alles außerhalb deiner Kontrolle. Und mit jedem Jahr, das du nur mietest, fehlt das Fundament, das in derselben Zeit hätte wachsen können.
Gekaufte Leads sind Miete. Eigene Sichtbarkeit ist Eigentum. Ein Makler sollte den Unterschied besser kennen als jeder andere Berufsstand.
Unsere Messung von 228 rankenden Makler-Seiten in 50 Städten zeigt: Rund 91 % der Suchergebnis-Sichtbarkeit im Maklermarkt entfällt auf eigene Makler-Websites — Portale und Verzeichnisse kommen zusammen auf etwa 7 %. Der Eigentümer, dessen Anfrage du als Lead kaufst, hat vorher gegoogelt. Die Frage ist nur, wessen Website er dabei gefunden hat.
Das ist der eigentliche Reframe: Der Lead, den du für 80 € kaufst, ist ein Eigentümer, der bei der Online-Bewertung eines Portals gelandet ist — statt bei dir. Jeden Monat entstehen diese Anfragen in deinem Gebiet sowieso. Eine Makler-Website, die selbst Eigentümer-Anfragen bringt, fängt sie dort ab, wo sie entstehen: in der lokalen Google-Suche. Exklusiv, ohne Wettrennen, ohne Stückpreis. Wie der Weg dorthin aussieht, haben wir im SEO-Guide für Immobilienmakler offengelegt — und in der Case Study enora aus Schwabach an einem echten Makler dokumentiert.
Ehrlich bleibt: Eigene Sichtbarkeit ist langsamer. Sie braucht Monate statt Tage und vorab Analyse statt Kreditkarte. Deshalb ist die kluge Reihenfolge oft beides — gekaufte Anfragen als Brücke, während das eigene Fundament entsteht. Nur die Reihenfolge „für immer mieten, nie bauen" ist die teuerste aller Optionen.
Bevor du die nächste Anfrage bezahlst, beantworte diese fünf Fragen ehrlich. Jede davon entscheidet direkt darüber, ob dein Einkauf eine Investition oder ein Verlustgeschäft ist — und die Gewinner in deinem Markt (oder deren Dienstleister) kennen ihre Antworten, bevor sie den ersten Euro ausgeben:
Wenn du bei zwei oder mehr Fragen passen musst, bist du in der Mehrheit — in unseren Audits sehen wir genau dieses Bild bei fast jedem neuen Makler. Aber es heißt auch: Deine Entscheidung für oder gegen den Einkauf fällt gerade ohne die Zahlen, an denen sie hängt.
Drei Schritte, die du sofort selbst gehen kannst: Erstens, bau dein Tracking — jede Anfrage, jeder Anruf, jedes Ergebnis in einer Liste. Zweitens, rechne mit deinen echten Zahlen deinen maximal tragfähigen Einkaufspreis aus. Drittens, stell jedem Anbieter vor Vertragsschluss die vier Fragen aus diesem Artikel schriftlich. Damit bist du besser aufgestellt als die meisten Käufer im Markt.
Die andere Hälfte hast du auch gesehen: Ob sich Kaufen für dich rechnet, hängt an deinem Ort, deinem Wettbewerb und daran, wie viel von den ~91 % eigener Such-Sichtbarkeit in deinem Gebiet noch frei ist. Das sind Mess-Aufgaben, keine Bauchfragen — und sie entscheiden, ob gekaufte Anfragen für dich Brücke oder Dauerposten werden.
Genau diese Messung nehmen wir dir ab: Buch dir die kostenlose Potenzial-Analyse für deinen Standort — wir schauen uns an, wer die Verkäufer-Anfragen in deinem Ort heute abfängt, was ein eigener Kanal dort realistisch leisten kann und in welcher Reihenfolge sich der Aufbau lohnt. Danach kannst du gekaufte Anfragen als das einsetzen, was sie sein sollten: eine Brücke mit Enddatum. Und wenn Kaufen in deiner Lage tatsächlich der beste Zug ist, sagen wir dir auch das.
Stand: August 2026 · Autor: Milan Schuster, EstatePartner
Was kostet ein Verkäufer-Lead für Immobilienmakler?
Real zwischen ca. 30 und 600 € — je nach Qualifizierung und Exklusivität (Maklaro, 2024). Immowelt startet bei 49 € zzgl. MwSt. für geteilte Kontakte (Produktseite, 2026), ImmoScout24 Professional liegt laut SCALE-Analyse (2026) im Schnitt bei rund 85 €. Exklusive, vorqualifizierte Kontakte kosten ein Mehrfaches.
Sind teure exklusive Leads besser als günstige geteilte?
Oft ja — aber nur, wenn deine Conversion-Kette steht. Ein exklusiver Kontakt zum dreifachen Preis lohnt sich, wenn deine Termin- und Abschlussquote dadurch deutlich steigt, weil das Wettrennen entfällt. Wer auch exklusive Anfragen erst nach zwei Tagen anruft, bezahlt den Aufpreis umsonst. Erst Prozess, dann Premium.
Wie schnell muss ich eine gekaufte Anfrage anrufen?
So schnell wie möglich — bei geteilten Kontakten entscheidet die Reaktionszeit das Rennen, denn bis zu drei Makler (Immowelt, 2026) — bei manchen Anbietern bis zu acht (SCALE, 2026) — erhalten dieselbe Anfrage gleichzeitig. Wer werktags keine schnelle Erstreaktion organisieren kann, sollte geteilte Kontingente gar nicht erst buchen, sondern exklusive Modelle prüfen oder eigene Kanäle aufbauen.
Kann ich Immobilien-Leads auch selbst generieren?
Ja — über deine eigene Website mit lokaler Sichtbarkeit und einer Online-Bewertung als Einstieg. Das dauert Monate statt Tage, dafür gehören dir die Anfragen exklusiv und dauerhaft. Unsere Messung zeigt, dass ~91 % der Suchergebnis-Sichtbarkeit im Maklermarkt auf eigene Websites entfällt — das Potenzial liegt also nicht bei den Portalen. Alle zwölf Wege inklusive Reihenfolge findest du im Guide zum Immobilien-Leads-Generieren.
Lohnen sich Leads mit Provisionsbeteiligung?
Rechne es an deiner eigenen Courtage durch. Ohne Vorabkosten klingt risikofrei — bei einem Abschluss mit 10.000 € Courtage kann eine prozentuale Beteiligung aber teurer sein als hundert Festpreis-Kontakte. Sinnvoll ist das Modell vor allem, wenn dir Liquidität für Festpreise fehlt und der Anteil klar gedeckelt ist.
Woran erkenne ich unseriöse Lead-Anbieter?
An dem, was sie nicht beantworten: Herkunft der Kontakte, Zahl der Mitkäufer, Gutschrift bei Fake-Anfragen, Vertragslaufzeit. Ebenfalls ein klares Signal sind zugesicherte Abschlüsse — die Abschlussquote hängt an deinem Vertrieb, das kann kein Anbieter zusichern. Wer es trotzdem tut, verkauft dir eine Geschichte, keine Anfragen.
Wie viele Leads sollte ich zum Testen kaufen?
Genug für belastbare Quoten, wenig genug zum Begrenzen des Risikos: ein kleines Kontingent über 2–3 Monate statt Jahresvertrag. Wichtiger als die Stückzahl ist das Tracking — jeder Kontakt wird vom ersten Anruf bis zum Ergebnis dokumentiert. Ohne diese Daten weißt du nach dem Test genauso wenig wie davor.