
Flyer bringen Makler heute noch Aufträge, aber nur mit einem Anlass, einem festen Gebiet, mehreren Kontakten und einer Messung. Eine einzelne Aussendung ohne Anlass bleibt meist ohne Antwort.
Am besten wirken Flyer mit Bezug zur Nachbarschaft: ein Objekt, das gerade in der Straße verkauft wird oder verkauft wurde, oder eine Familie, die dort sucht.
Auf jeden Flyer gehören eine Überschrift mit Ortsbezug, ein konkretes Angebot (zum Beispiel die Bewertung der eigenen Immobilie), dein Gesicht und ein QR-Code auf eine eigene Seite.
Ein eigener QR-Code je Flyer und Gebiet zeigt dir, was eine Aussendung gebracht hat. Ohne diese Messung weißt du nach Monaten nicht, ob sich das Geld gelohnt hat.
Bevor ein Eigentümer anruft, googelt er deinen Namen. Website und Google-Profil müssen bestätigen, was der Flyer verspricht.
Ein Maklerbüro aus Düsseldorf hatte in Düsseldorf und Neuss mehr als 40.000 Flyer verteilen lassen. Gemeldet hatte sich darauf niemand. Ein paar Monate später meldete sich über einen einzigen Flyer der Eigentümer eines Hauses in Neuss. Das Haus ist heute für knapp zwei Millionen Euro im Verkauf. Die ganze Geschichte steht in unserer Case Study AusBlick Immobilien.
Dazwischen lag kein besseres Design. Geändert haben sich vier Dinge: wo verteilt wurde, welchen Anlass der Flyer hatte, wie oft dieselben Haushalte ihn bekamen und ob man messen konnte, was er gebracht hat.
Ein Immobilienmakler-Flyer ist eines der ältesten Werkzeuge in der Akquise und eines der am meisten unterschätzten. Viele Makler haben es einmal ausprobiert, keine Rückmeldung bekommen und Flyer danach abgehakt. Dieser Artikel zeigt dir, welche Flyer-Arten funktionieren, was auf einen Flyer gehört, wo und wie oft du verteilst und wie du am Ende weißt, ob es sich gelohnt hat. Dazu gibt es drei Mustertexte.
Ja, wenn vier Dinge stimmen: ein Anlass, der den Eigentümer betrifft, ein festes Gebiet, mehrere Kontakte mit denselben Haushalten und eine Messung. Eine einzelne Aussendung mit „Wir suchen Immobilien in Ihrer Region“ bleibt fast immer ohne Antwort. Ein Flyer, der auf ein verkauftes Haus in derselben Straße verweist und eine kostenlose Bewertung anbietet, bringt dagegen regelmäßig Anfragen.
Der Grund liegt beim Eigentümer. Wer über einen Verkauf nachdenkt, tut das oft monatelang, bevor er einen Makler anruft. In dieser Zeit liest er Zeitung, schaut Portale an und bemerkt, wenn in seiner Nachbarschaft ein Haus verkauft wird. Ein Flyer, der genau in diesem Moment im Briefkasten liegt und einen Bezug zu seiner Straße hat, wird gelesen. Ein Flyer ohne Bezug landet im Altpapier, egal wie schön er gestaltet ist.
Ein Makler aus unseren Gesprächen arbeitet mit einer Antwortkarte, die Eigentümer unterschrieben zurückschicken. Etwa einer von 300 Empfängern tut das. Das klingt wenig. Wird aus einer solchen Antwort ein Auftrag, hat sich die Aussendung für die ganze Straße gelohnt.
Es gibt sechs gängige Arten. Am stärksten wirken Flyer mit Bezug zur Nachbarschaft: der Flyer zu einem Objekt in der Straße, der Verkauft-Flyer und der Flyer für Suchkunden. Am schwächsten ist der reine Vorstellungsflyer, weil er dem Eigentümer keinen Grund gibt, sich gerade jetzt zu melden.
| Flyer-Art | Anlass | Was der Eigentümer davon hat | Wirkung |
|---|---|---|---|
| Neu im Verkauf | Du vermarktest ein Objekt in der Straße | Er erfährt, was in seiner Nachbarschaft passiert | hoch, wenn eine Bewertung angeboten wird |
| Verkauft in Ihrer Nachbarschaft | Ein Objekt in der Straße ist verkauft | Er sieht, dass hier gerade verkauft wird und wer das kann | hoch |
| Suchkunden-Flyer | Du hast konkrete Käufer für die Gegend | Er erfährt, dass jemand genau sein Haus sucht | hoch, wenn der Suchkunde echt ist |
| Bewertungs-Flyer | Ohne konkretes Objekt | Er kann den Wert seiner Immobilie erfahren | mittel |
| Marktbericht fürs Viertel | Neue Zahlen zu Preisen im Ort | Er sieht, wie sich der Wert entwickelt | mittel, gut für Wiederholung |
| Vorstellungsflyer | Kein Anlass | Er lernt dein Büro kennen | niedrig |
Die ersten drei lassen sich gut verbinden. Wenn du ein Haus in einer Straße vermarktest, kannst du die Nachbarn mehrmals erreichen: einmal beim Start der Vermarktung, einmal währenddessen und einmal nach dem Verkauf. So bekommen die Nachbarn dreimal mit, dass du in ihrer Straße erfolgreich verkaufst.
Beim Suchkunden-Flyer gilt eine Regel: Nur mit echten Suchkunden. Erfundene „Familie Müller sucht ein Haus“-Flyer kennt jeder Eigentümer, und sie schaden deinem Ruf mehr, als sie bringen. Wie du echte Suchkunden systematisch sammelst und mit Häusern in deinem Gebiet abgleichst, zeigt unser Suchkunden-Matching für Immobilienmakler.
Sechs Dinge: eine Überschrift mit Bezug zum Ort oder zur Straße, der Anlass in einem Satz, ein konkretes Angebot, dein Gesicht mit Namen, ein QR-Code auf eine eigene Seite und deine Telefonnummer. Dazu kommen die Angaben zu deinem Büro. Weniger Text ist fast immer besser, denn der Flyer hat nur wenige Sekunden zwischen Briefkasten und Altpapier.
Bei der Gestaltung gilt: Dein Flyer sollte zu deiner Website und deinem Google-Profil passen. Wer den Flyer in der Hand hat und dich danach googelt, sollte sofort erkennen, dass es dasselbe Büro ist.
Texte, die auf einem Immobilienmakler-Flyer funktionieren, sind kurz, nennen den Ort und machen genau ein Angebot. Die folgenden drei Muster kannst du an dein Objekt und deine Straße anpassen. Ersetze die Platzhalter in eckigen Klammern und kürze, wo es geht. Je weniger Text, desto eher wird der Flyer gelesen.
Muster 1: Neu im Verkauf
Neu in der [Straße]: Wir verkaufen ein Haus in Ihrer Nachbarschaft
Seit dieser Woche vermarkten wir ein [Einfamilienhaus] in Ihrer Nachbarschaft. Viele Nachbarn fragen sich dann, was ihr eigenes Haus wert ist. Scannen Sie den Code und erfahren Sie es in zwei Minuten, kostenlos und unverbindlich.
[Foto, Name, Telefon, QR-Code]
Muster 2: Verkauft
Verkauft in der [Straße]
Das [Reihenhaus] in Ihrer Nachbarschaft hat neue Eigentümer gefunden. Für Ihre Straße haben wir weitere Interessenten. Wenn Sie wissen möchten, was Ihre Immobilie heute wert ist, scannen Sie den Code.
[Foto, Name, Telefon, QR-Code]
Muster 3: Suchkunden
Für eine Familie suchen wir ein Haus in [Ortsteil]
Eine Familie mit zwei Kindern sucht ein Haus mit Garten in [Ortsteil] und kann schnell entscheiden. Wenn Sie über einen Verkauf nachdenken, rufen Sie mich an oder scannen Sie den Code.
[Foto, Name, Telefon, QR-Code]
Ein Hinweis zur Adresse: Nenne auf dem Flyer die Straße, aber keine Hausnummer. Der Eigentümer, für den du verkaufst, möchte nicht, dass sein Haus auf jedem Flyer genau benannt wird.
Der Text ist allerdings der kleinste Teil. Ob ein Flyer Anfragen bringt, entscheiden vor allem das Gebiet, die Wiederholung und die Seite hinter dem QR-Code. Darum geht es in den nächsten Abschnitten.
Verteile in einem kleinen, festen Gebiet rund um Objekte, die du gerade vermarktest oder verkauft hast, und erreiche dieselben Haushalte mehrmals. Wähle Straßen mit Häusern und Wohnungen im Eigentum, nicht reine Mietgebiete. Ein kleines Gebiet, das mehrmals einen Flyer bekommt, bringt in aller Regel mehr als ein großes Gebiet mit einer einzigen Aussendung.
Die 40.000 Flyer aus dem Beispiel oben gingen breit über zwei Städte, ohne Anlass und ohne zweiten Kontakt. Das Ergebnis war deshalb absehbar. Wer einen Flyer nur einmal sieht, erinnert sich nicht an den Absender, wenn er ein halbes Jahr später verkaufen will.
Für die Wahl des Gebiets helfen drei Fragen:
Für die zweite Frage haben wir unser Sonar entwickelt. Das Sonar durchsucht jede Woche die Immobilieninserate in deinem Gebiet und achtet auf vier Signale: neue Privatinserate, gesenkte Preise, Objekte, die seit Monaten am Markt sind, und Objekte, die erneut inseriert wurden. Häufen sich solche Signale in einem Straßenzug, ist dort Bewegung im Markt. Dort lohnt sich ein Flyer besonders, weil die Nachbarn das Thema ohnehin vor Augen haben. Gleichzeitig bekommst du eine Liste der Eigentümer, die gerade selbst zu verkaufen versuchen und dabei Hilfe gebrauchen könnten. Mehr dazu unter Was ist unser Sonar?
Für die Verteilung hast du als Immobilienmakler drei Wege: selbst verteilen (am persönlichsten, aber zeitaufwendig), einen Verteildienst beauftragen oder die Deutsche Post. Von den meisten Verteildiensten raten wir ab. Unsere Kunden haben immer wieder erlebt, dass ein Großteil der Flyer nie in einem Briefkasten ankommt, und kontrollieren lässt sich das kaum. Wir empfehlen deshalb die Deutsche Post, weil die Zustellung dort verlässlich ist.
Ein Unterschied wird dabei oft übersehen:
Wenn du also auch die Haushalte mit Aufkleber erreichen willst, ist ein adressierter Brief der Weg. Er kostet mehr, wirkt aber auch persönlicher.
Wie Flyer mit Briefen, Anrufen und Empfehlungen zusammenspielen, steht in unserem Leitfaden zur Immobilienakquise.
Mit einem eigenen QR-Code je Flyer und Gebiet, der auf eine eigene Seite führt. So siehst du, wie oft ein Flyer gescannt wurde, wie viele daraus eine Bewertung gestartet haben und wie viele Anfragen entstanden sind. Ohne diese Messung weißt du auch nach Monaten nicht, welches Gebiet und welche Flyer-Art sich lohnt.
Die meisten Makler messen Flyer gar nicht. Ein Anruf kommt, und niemand fragt, woher der Anrufer die Nummer hat.
So misst du sauber:
So arbeiten wir auch bei unseren Kunden. Wie wir Flyer-Farming mit Messung für Maklerbüros umsetzen, steht auf unserer Seite zum Flyer-Farming. Wenn du wissen willst, welche Gebiete sich bei dir lohnen würden, schauen wir uns das in einer kostenlosen Potenzial-Analyse gemeinsam an.
Die fünf häufigsten Fehler sind eine einzige Aussendung ohne Wiederholung, ein zu großes Gebiet, eine Botschaft ohne Anlass, kein klares Angebot und keine Messung. Dazu kommt ein sechster, der oft übersehen wird: Der Eigentümer googelt den Makler nach dem Flyer und findet eine Website oder ein Google-Profil, das nicht überzeugt.
Der sechste Fehler ist der teuerste, weil er alle anderen Mühen zunichtemacht. Ein Flyer weckt das Interesse. Ob daraus ein Anruf wird, entscheidet sich oft auf deiner Website.
Ein guter Flyer ist nur ein Teil der Arbeit. Damit er Aufträge bringt, muss vieles zusammenpassen: das richtige Gebiet, mehrere Runden je Objekt, eine eigene Landingpage für jede Runde, eine Messung, die jeden Scan und jede Anfrage einem Flyer zuordnet, Anzeigen für alle, die gescannt, sich aber noch nicht gemeldet haben, und eine Website und ein Google-Profil, die den Eindruck bestätigen, wenn der Eigentümer dich googelt.
Fehlt eines davon, verpufft der Rest. Genau so ist es dem Büro mit den 40.000 Flyern gegangen. Am Druck lag es nicht, gefehlt hat alles drumherum.
Dieses Drumherum übernehmen wir für dich: Buch dir die kostenlose Potenzial-Analyse für deinen Standort. Du erfährst, in welchen Gebieten sich Flyer bei dir lohnen, was ein Eigentümer sieht, wenn er deinen Namen googelt, und wie ein Flyer-System mit Messung in deinem Markt aussehen würde. Danach weißt du, wie du vorgehst, ob mit oder ohne uns. Und wenn wir nicht die Richtigen für dich sind, sagen wir dir das offen.
Wie das in der Praxis aussieht, zeigt unsere Case Study: Wie AusBlick über einen Flyer einen Auftrag für knapp zwei Millionen Euro gewann.
Stand: Oktober 2026 · Autor: Milan Schuster, EstatePartner
Was kostet eine Flyer-Aktion für Makler?
Das hängt von Auflage, Format und Art der Verteilung ab. Rechne rückwärts: Zahl der Haushalte im Gebiet mal Zahl der Kontakte im Jahr ergibt die Zahl der Flyer. Danach richtet sich das Budget. Wenn das Budget nicht reicht, verkleinerst du das Gebiet und behältst die Wiederholung bei.
Darf ich Flyer in jeden Briefkasten werfen?
Nicht, wenn auf dem Flyer kein Name steht. Dann musst du Briefkästen mit einem Hinweis wie „Bitte keine Werbung“ aussparen, auch wenn du einen Verteildienst beauftragst. Persönlich adressierte Werbebriefe mit Name und Anschrift darf die Post dagegen auch dort zustellen. Wer alle Haushalte einer Straße erreichen will, schreibt die Eigentümer deshalb mit Namen an.
Wie viele Flyer braucht ein Makler?
Weniger, als die meisten denken. Ein kleines Gebiet rund um ein aktuelles Objekt, das mehrmals einen Flyer bekommt, bringt mehr als eine große Aussendung. Entscheidend ist, wie oft dieselben Haushalte dich sehen. Die Gesamtzahl der gedruckten Flyer sagt darüber wenig aus.
Welches Format eignet sich für einen Immobilienmakler-Flyer?
Bewährt haben sich Postkarte, DIN lang und DIN A5. Wichtiger als das Format ist, dass die Überschrift sofort ins Auge fällt und der QR-Code groß genug ist, um ihn mit dem Handy zu scannen. Ein Brief im Umschlag wirkt persönlicher, kostet aber mehr.
Kann ich meine Flyer selbst gestalten?
Ja, mit gängigen Online-Werkzeugen und Vorlagen geht das. Achte darauf, dass Farben, Logo und Foto zu deiner Website passen. Viele Vorlagen für Immobilienmakler sehen gleich aus, und ein Flyer, der wie tausend andere wirkt, fällt im Briefkasten nicht auf. Ein echtes Foto von dir hilft mehr als jedes Stockbild.
Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Makler-Flyer?
Wenn du einen Anlass hast: beim Start einer Vermarktung, nach einem Verkauf oder wenn du konkrete Suchkunden hast. Der beste Moment ist der, in dem die Nachbarn ohnehin über das Haus in ihrer Straße sprechen.
Brauche ich wirklich einen QR-Code auf dem Flyer?
Ja, wenn du wissen willst, was der Flyer bringt. Viele Eigentümer rufen nicht sofort an, scannen aber den Code, um ihren Hauswert zu erfahren. Ohne Code verlierst du diese Menschen, und du weißt nicht, welches Gebiet reagiert hat. Achte darauf, dass der Code groß genug gedruckt ist.